Vaterschaftstest

Vaterschaftstest

Viele Männer stellen sich oft die Frage, ob sie auch wirklich der biologische Vater ihres Kindes sind. Eine Antwort darauf liefert ein Abstammungsgutachten, der so genannte Vaterschaftstest. Durch diesen Test lässt sich feststellen, ob eine Verwandtschaft zwischen den Personen besteht. Bereits 2004 wurden insgesamt 40.000 Vaterschaftstests durchgeführt. Die Kosten für den Vaterschaftstest betragen für drei Personen (Vater, Mutter und Kind) circa 1.000 Euro.

Methoden
Durch den Fortschritt der Wissenschaft gibt es verschiedene Methoden, die für das Abstammungsgutachten geeignet sind. Dazu zählt unter anderem ein Blutgruppentest, bei dem die Blutgruppen des Kindes, der Mutter und des eventuellen Vaters ermittelt werden. Hierdurch kann eine Vaterschaft aber nur bei einer bestimmten Kombination der Blutgruppen ausgeschlossen, aber nicht bestätigt werden. Weitere Bestandteile des Bluts, wie HLA-Antigene und andere Proteine, werden bei der Methode des serologischen Gutachtens untersucht. Durch die Vererbung der äußeren Merkmale, zu denen die Kopfform, Irisstruktur, Haut- und Augenfarbe gehören, kann die Wahrscheinlichkeit der Abstammung über das anthropologisch-erbbiologische Gutachten geprüft werden. Die sicherste und modernste Methode ist allerdings die DNA Test. Dieser Test kann bereits schon vor der Geburt durchgeführt werden. Dies ist möglich, da sich zu diesem Zeitpunkt im Blut der Schwangeren freie fetale DNA nachweisen lässt.

DNA-Analyse
Ein DNA Test ist immer ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der beteiligten Personen, in diesem Fall der Mutter, des Kindes und des Vaters. Aus diesem Grund wurde diese Vaterschaftsmethode in Deutschland gesetzlich geregelt. Es muss in jedem Fall ein Einverständnis der betroffenen Person vorliegen. Erlaubt die Mutter keinen DNA Test bei ihrem Kind, kann der Test durch ein Gerichtsverfahren erzwungen werden. Wird der Test gegen die Einverständnis jedoch durchgeführt, ist dies eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro für den Vater und 300.000 Euro für das Labor bestraft wird. Die DNA Proben können fast aus allen Körperteilen stammen, egal ob aus Blutproben, Haaren, Haarwurzeln oder Speichelproben. Öfters müssen keine extra Proben erstellt werden, da sich dieses Material auch auf benutzten Zahnbürsten, Schnullern, Kaugummis oder Taschentücher befindet. Im Labor werden die Proben mit einer physikalischen und chemischen Methode bearbeitet, um die DNA für den Vaterschaftstest aus den Körperzellen zu gewinnen. Wurde eine ausreichende Menge aus den Zellen gewonnen, werden diese Abschnitte der DNA vervielfältigt. Erbmerkmale liegen für jeden Genort nur ein- bis zweimal vor bei jedem untersuchten Menschen. In der Regel müssen bei den Eltern die Erbmerkmale am selben Genort vorhanden sein. Am einfachsten ist die Vorgehensweise, wenn bereits ein DNA-Profil eines Elternteils vorliegt. Dadurch lässt sich bestimmen, welche Merkmale dem Kind vererbt wurden. Von dem anderen Elternteil stammen dann die restlichen Merkmale beim Kind. Eine Ausschließung der Vaterschaft steht fest, wenn mindestens drei von fünfzehn untersuchten Merkmalen bei dem Kind sowie dem einen Elternteil nicht übereinstimmen.