Kompressionsstrümpfe und ihre Wirkungsweise

Die Kompressionstherapie hat sich gegenüber früher in den wichtigsten Bestandteilen nicht verändert, die Basis bilden immer noch medizinische Kompressionsstrümpfe. Indikationen für Kompressionsstrümpfe sind unter anderem Krampfadern, Schwellungen der Beine, sowie Thrombosen.

Was ein Kompressionsstrumpf macht

Kompressionsstrümpfe erzeugen Druck auf das Gewebe der umschlossenen Waden, um dessen ausgeweitetes Venensystem in der Funktion zu unterstützen. Ein medizinischer Strumpf hat immer einen definierten Druckverlauf, an der Fessel ist der höchste Druck zu messen. Die Kompressionsklasse I ist die niedrigste Kompressionsklasse, gefolgt von den Klassen II, III und IV.

Kompressionsstrümpfe bilden eine feste Hülle um die Wadenmuskulatur, vergleichbar mit einer Muskelhülle. Das feste Gestrick dient als Widerlager bei jeder Muskelaktivität und unterstützt den venösen Blutfluss.

Prophylaktische Anwendungen

Kompressionsstrümpfe werden nicht nur bei Venenerkrankungen eingesetzt, sondern sind auch häufig bei kerngesunden Personen zu finden. Hier haben die Strümpfe eine prophylaktische Wirkung, das Entstehen oder Fortschreiten von insuffizienten Venen soll verhindert werden. Zwei besondere Fälle bilden die Reisethrombose-Prophylaxe, sowie die Vorsorge während der Schwangerschaft.

  • Auf Reisen: Wer eine längere Reise vor sich hat, kann mit leichten Strümpfen der Klasse I eine sinvolle Prophylaxe betreiben und gleichzeitig das Wohlbefinden steigern.
  • Während der Schwangerschaft: Aufgrund hormoneller Veränderungen kommt es in der Schwangerschaft häufig zu Venenbeschwerden und geschwollenen Beinen. Wer keine Beschwerden hat, sollte die Klasse I tragen, um das Entstehen zu verhindern. Wer bereits an schweren Beinen leidet, wählt besser die Klasse II.

Auch im Spital werden bei stationärer Behandlung Strümpfe zur Thromboseprophylaxe eingsetzt, allerdings handelt es sich dabei selten um Kompressionsstrümpfe. Meist werden leichter ATS verwendet, da Bettlägrigkeit an der Tagesordnung steht.

Wissenswertes über die Herstellung der Strümpfe

Kompressionsstrümpfe bestehen in der Regel aus einem Zweizuggestrick mit spezifischen Dehnungsfaktoren. Die Fadenqualität ist mittlerweile nur noch selten eine biologische Faser (Baumwolle), gemischt mit einer elastischen Synthetikfaser (früher Gummi). Die längere Haltbarkeit macht synthetische Fasern heute sehr populär. Ausgeklügelte Umwindungsverfahren ermöglichen, dass schlussendlich kein Elastan auf die Haut kommt. Auch die Farbpalette ist heute grenzenlos, denn moderne Fasern wie Tactel oder Lycra lassen sich mit handelsüblichen Textilfarbstoffen einfärben. Das Rundstickverfahren erlaubt Kompressionsstrümpfe ohne Naht herzustellen, was auch dem modischen Aspekt entgegen kommt.

Für jede Anwendung den passenden Strumpf

Kompressionsstrümpfe gibt es sowohl in Standard-, wie auch in Sondervarianten. Die üblichen Modelle umfassen:

  • Wadenstrümpfe: Versorgen das Bein bis unter dem Knie.
  • Schenkelstrümpfe: Ragen bis mitte Oberschenkel.
  • Strumpfhosen, wahlweise auch mit Schwangerschafts-Leibteil.

Bei den genannten Strümpfen kann oft eine offene oder geschlossene Fussspitze geordert werden. Auch im Bereich Haftrand bleiben keine Wünsche offen: Von einem einfachen Trikot-Abschluss, über gut verträgliche Noppenhaftränder bis zu sexy-Spitzen ist alles möglich.

Weiter gibt es Kompressionsstrümpfe für Hände und Arme, da die oberen Gliedmaßen ebenso  von Venen- und Lympherkrankungen befallen sein können, welche eine Kompression erfordern.

Weiterführende Informationen gibt es unter http://www.kompressionsstruempfe.ch